Es gibt kaum Schöneres an trüben Wintertagen, als sich in Kissen zu kuscheln, in einem Buch zu blättern und sich in andere Gefilde, ja andere Welten und Zeiten, zu träumen. Kaum ein Medium ist dafür besser geeignet als ein Buch. Auch deshalb haben Bücher wieder Konjunktur – und das nicht nur bei TikTokerinnen. Wir haben unter den vielen Neuerscheinungen ganz besondere Bücher für ganz unterschiedliche Lesebedürfnisse ausgesucht. Sie machen sich auch unter dem Weihnachtsbaum gut. Lassen Sie sich verführen! Wohin reist die Kunst? Gereist wurde schon lang. Und natürlich waren auch die großen Künstler gern und viel unterwegs – aus den unterschiedlichsten Gründen. Der Renaissance-Maler Caravaggio etwa floh aus Rom nach Malta, nachdem er seinen Kontrahenten erstochen hatte. Später zog es ihn nach Sizilien. Nicht immer waren die Reise-Gründe so dramatisch. Künstler und Künstlerinnen suchten die Ortsveränderung, das Abenteuer, um sich inspirieren zu lassen. Von diesen Reisen und den Werken, die daraus entstanden, erzählt Travis Elborough in „Unterwegs“. Die Lesenden begleiten den Surrealisten Dali nach Manhattan, wo er auf einem Kostümball als Leiche auftrat. Sie folgen Frida Kahlo und Diego Rivera in die Flitterwochen in Cuernavaca und Georgia O‘Keeffe in die Badlands von New Mexico, wo D.H. Lawrence eine Zeitlang…
Das erste Geoheft 1976 war für den 15-jährigen Michael Martin „das Fenster zur Welt“. Auch ein professioneller Diavortrag beeindruckte den Schüler nachhaltig. Mehr als 40 Jahre später ist in Gersthofen bei Augsburg Geborene selbst ein erfolgreicher Vortragsreisender. Geo widmete den vielfach Ausgezeichneten sogar eine Sonderausgabe. „Ich will mehr als schöne Bilder zeigen und abenteuerliche Geschichten erleben“, schreibt Michael Martin im Vorwort zu seinem Buch „Die Welt im Sucher“. In dem Buch nimmt er die Lesenden nicht nur auf seine Reisen mit, er lässt sie auch teilhaben an den Anfängen seiner Karriere. Und am Ende gewährt der Profi auch noch Einblicke in seine Ausrüstung. Mauerblümchen und Orchideenfach Der Vater prägte ihn, schreibt der heute 58-Jährige dankbar. Auch der Mutter habe er viel zu verdanken. In der Schulzeit fühlte er sich eher als „Mauerblümchen“, das Ingenieurstudium tauschte er gegen das „Orchideenfach“ Geographie, das er nach langen elf Jahren immerhin mit einem Diplom abschloss – inzwischen Vater einer Tochter und erfahrener Reisender. Mit dem Mofa nach Marokko Immerhin führte seine erste Reise den 17-Jährigen schon nach Marokko – mit dem besten Freund und auf einem Mofa. Als Fotograf, schreibt Martin, sei er Autodidakt. Doch er profitierte von der „Goldenen Zeit der Reisefotografie“, auch…