Spannend und humorvoll sollte sein erster Solo-Krimi sein, sagt Volker Klüpfel bei der Vorstellung von „Wenn Ende gut, dann alles“ im Netz. Dass er beides kann hat der Allgäuer mit den erfolgreichen Kluftinger-Krimis bewiesen, die er zusammen mit seinem Schulfreund Michael Kobr verfasst hat. Nun also der erste Krimi im Alleingang mit zwei ziemlich schrägen Protagonisten. Im Wohnmobil-Chaos Tommi Mann, der Möchtegern-Schriftsteller, lebt im ausrangierten Wohnmobil seines Vaters, nachdem ihn Freundin Michelle rausgeworfen hat und träumt in seinem alltäglichen Chaos der Verflossenen hinterher. Neben den Liebesseufzern versucht er auch einen Thriller zu schreiben und produziert dabei jede Menge Müll. Nur gut, dass allwöchentlich Svetlana auftaucht, um so etwas wie Ordnung in Tommis mobiles Heim und – soweit wie möglich – auch in sein Leben zu bringen. Patente Putzfrau Im Gegensatz zu Tommi ist die Ukrainerin gut organisiert, schlau ist sie auch und überaus neugierig. Und so stolpern die beiden in ihren ersten Fall, der sie von Anfang an zu überfordern droht. Tommi, anfangs angefixt von der Idee, selbst in einen Kriminalfall verwickelt zu sein, würde zwischendurch am liebsten aufgeben. Das aber kommt für die patente Putzfrau nicht infrage. Zumal es um ein hilfloses Kind geht, das sie am Waldrand aufgegabelt…
Klüpfel und Kobr sind ausgewandert – in wärmere Gefilde. Cote d’Azur statt Allgäu. Und den Kluftinger haben sie zurück gelassen. Das Allgäuer Autorenduo will sich ganz offensichtlich neue Gefilde erschließen. „Die Unverbesserlichen“ heißt der gerade erschienene Roman, wobei der Untertitel mehr verspricht als das Buch hält. Denn „Der grosse Coup des Monsieur Lipaire“ entpuppt sich als Gaunerstück mit glücklichem Ausgang. Lipaire alias Liebherr Tatsächlich hat der Deutsche, der nach dem Scheitern seiner Ehe und seiner beruflichen Tätigkeit als Apotheker, in Port Grimaud an der Cote eine neue Heimat gefunden hat, mehr Glück als Verstand. Guillaume Lipaire nennt er sich, Wilhelm Liebherr hieß er in seiner deutschen Vergangenheit. Aber als Guillaume fühlt er sich französischer als so mancher Franzose, zumal er sich zugute hält, auszusehen wie Alain Delon in seinen späteren Jahren. Sein Geld verdient er als Hausmeister für die Inhaber von Zweitwohnsitzen und -Villen, die er hin und wieder zweckentfremdet und an Touristen vermietet. Kleine Gaunereien Auch der junge Karim, als Wassertaxifahrer unterwegs, nutzt sein Gefährt zwischendurch für private Zwecke. Die beiden verbindet fast eine Vater-Sohn-Beziehung. Und als Lipaire glaubt, einem Schatz auf der Spur zu sein, weiht er Karim ein. Doch es bleibt nicht bei den beiden. Mit Pudel…
Mörderisch geht es im Allgäu zu, seit Kult-Kommissar Kluftinger in der eher für ihre Berge und Schlösser berühmten Region ermittelt. Und das ist durchaus nicht nur ein Zeichen unserer Zeit, denn schon viel früher – zum Karrierebeginn des Kommissars – gab es dort Mord und Totschlag. So nachzulesen in „Kluftinger“, dem neuesten Titel des erfolgsverwöhnten Autorenduos Klüpfel und Kobr, der wieder einmal ganz oben in der Spiegel-Bestsellerliste steht. Zurück in Kluftingers Vergangenheit Und ganz sicher erfüllt der Wälzer auch die Erwartungen der Kluftinger-Fans. Denn er gewährt ihnen tiefe Einblicke in Kluftingers Vergangenheit bis hinein in seine – langhaarige – Jugend. Da freilich war der Polizistensohn aus dem Örtchen Altusried ein allzu braver Mitläufer in einer eher wilden Clique. Später dann ist er mit seinem Scharfsinn und seiner Kombinationsgabe aufgefallen und hat als „Kriminaler“ Karriere gemacht. Auch, weil er in einem brutalen Mord durch seine Verhörmethoden einen Mann als Täter überführt hat. Ein Nachruf auf den Kommissar Diese Geschichte und eine „Jugendsünde“ holen ihn jetzt wieder ein. Jemand scheint dem Großvater nach dem Leben zu trachten – auf ziemlich perfide Weise. In der Lokalzeitung erscheint ein Nachruf auf ihn, auf dem Friedhof steht sein Name auf einem Holzkreuz und Kluftinger-Sterbebildchen liegen…