Kleine Dinge können Großes schaffen. Das gilt auch für die kleinen Dinge, die Benoît Coquil in den Mittelpunkt seines gleichnamigen Debüts stellt: Magic Mushrooms, Psilocybe, „schön aufrecht auf der Erde, kaum größer als ein Däumling“. Auf höchst unterhaltsame Art und mit wechselnden Perspektiven erzählt der französische Autor davon, wie die magischen Pilze aus der mexikanischen Hochebene zu den amerikanischen Hippies und in die Labore der Wissenschaft gelangt sind. Die Etholmykologen Einen großen Anteil daran haben der Bankier Gordon Wasson und seine aus Russland stammende Frau Valentina, die ihren Mann mit ihrer Leidenschaft für Pilze ansteckt. Gemeinsam durchstöbern sie Bibliotheken nach der Geschichte der Pilze und werden“Ethomykologen“, Pilzforscher. Und auf der Suche nach immer mehr Wissen über die geheimen Kräfte der Pilze reisen die Wassons in die mexikanische Hochebene zu Maria Sabina, der Hohepriesterin der Magic Mushrooms: Die Schamanin „Es heißt, sie habe sie, schon bevor sie zehn gewesen sei, zum ersten Mal probiert. Es heißt, sie könne zu ihm sprechen, zu Gott, und auch zu den Heiligen, zu Maria und selbst zum verstorbenen Präsidenten der Republik, Benito Juárez. Es heißt, sie heile durch die Sprache, durch die Hohe Sprache der Pilze. Sie nenne sie im Übrigen niemals so, Pilze. Weil…
Das Licht – das erwarten sich die Jünger um den Drogen-Papst Timothy Leary vom „Sakrament“, wie Leary die künstliche Droge LSD nennt, die er „zu Forschungszwecken“ an seinen „inneren Kreis“ verteilt. Entdeckt hat die außergewöhnliche Wirkung von Lysergsäurediethylamid der Schweizer Albert Hofmann. Ihm widmet T.C. Boyle in seinem neuen Roman „Das Licht“ das Eingangskapitel. Und wie später lässt er eine fiktive Figur, Hofmanns jugendliche und schwärmerisch veranlage Helferin Susie von den Wirkungen der Droge erzählen. „Sie sah weder den Himmel noch die Hölle, weder Dämonen noch Gott, sondern… Farben, schillernde, leuchtende, herrliche Farben.“ Aber anders als die Protagonisten 20 Jahre später gleitet Susie umstandslos zurück in ihr Kleinbürger-Leben. Denn Dr. Hofmann ist eben kein Drogen-Guru, sondern ein nüchterner Wissenschaftler. Nicht er macht LSD zum Mythos, sondern der Psychologie-Professor Timothy Leary. Timothy Leary verspricht Erleuchtung 20 Jahre nach der Entdeckung von LSD schart Leary einen Kreis von Anhängern um sich, denen er nicht weniger verspricht als Erleuchtung: „Psilocybin…und LSD… eröffnen einen Zugang zu Bereichen des Gehirns, von deren Existenz bisher niemand auch nur geträumt hat. Das ist der Ursprung der Religionen, der mystischen Kulte, der Mysterien von Eleusis: Sie haben Drogen genommen, das ist alles.“ Das Sakrament nennt Leary LSD fortan –…