Uff, da hat sich Nicola Förg eines heiklen Themas angenommen – ausgerechnet in ihrem 15. Apenkrimi. Der Titel „Zornige Söhne“ führt ein bisschen in die Irre, denn so richtig zornig ist eigentlich nur ein Sohn. Aber das nur nebenbei. Roman im Roman Denn im Mittelpunkt dieses Krimis steht der Konflikt zwischen der Generation der Baby Boomer und der Generation Z. Dazu bedient sich Nicola Förg eines literarischen Kunstgriffs, eines Roman...
Neulich im Fernsehen: „Sie sagt, er sagt“, ein Stück von Ferdinand von Schirach über eine Vergewaltigungsklage und die unterschiedlichen Perspektiven. Darum geht es auch in dem aufrüttelnden Roman „Service“ von Sarah Gilmartin. Service um schreibt die dienstbaren Geister in einem Restaurant. Dass vor allem die Service-Kräfte, also die Kellnerinnen, immer zu Diensten sind, ist ein weit verbreiteter Irrtum, dem nicht nur männliche Gäst...
Helge Sobik ist weit gereist und welterfahren. Das spürt man in jeder Zeile seiner poetischen Reise-Miniaturen. Auch wenn man den Titel „Gestrandet“ nicht ganz so wörtlich nehmen sollte. Denn Sobik hat seine Aufenthalte oft genug auch freiwillig verlängert, weil es einfach so schön war vor Ort, weil der Abschied zu schwer fiel. Und es sind auch nicht immer nur Strände, an denen diese modernen Robinsonaden spielen. Städte sind ebenso ...
Auch mit knapp 90 Jahren beweist die Altmeisterin des deutschen Krimis Scharfsinn und Biss. „Gruß aus der Küche“ heißt ihr neuer, gut abgeschmeckter Roman, in dem sie wieder Abgründe ans Tageslicht befördert, die auch in ganz normalen Menschen schlummern. Übersichtliches Personal Das Personal ist übersichtlich: Die etwas klein geratene und rundliche Irma hat das Traditionsgasthaus „Zum Hirschen“ in das hippe Veggie-Restaurant Aubergi...
Bernd Römmelt feiert im gleichnamigen Bildband den Sonnenzauber am Nachthimmel (srt). Er fotografiert Polarlichter in allen Farben, in allen Formen: Seiner eigenen Einschätzung nach ist Bernd Römmelt ein „Polarlichtsüchtiger“. Ein Glück für die Mitmenschen, denn die Fotos, die der Reisejournalist und Fotograf aus dem hohen Norden mitgebracht hat, sind so faszinierend, dass auch die Betrachtenden Gefahr laufen, süchtig nach Polarlicht...
Der Titel des Buches ist Programm: „Und dann kam einer, der hat‘s einfach gemacht“. Der Deutsch-Spanier Julen Sánchez hat sich ein ganz besonderes Abenteuer zugemutet – mit Null Emissionen. Mit Bike und Ruderboot ist er von Paris aus nach Pittsburgh aufgebrochen und von dort noch weiter nach Vancouver geradelt. Ein Horrortrip, möchte man meinen. Mit seiner Aktion will der 23-jährige Abenteurer Sánchez die symbolische Brücke, welche d...
„Ohne meine beruflichen Erfahrungen hätte ich das nicht schreiben können“, sagt Emanuel Bergmann über seinen neuen Roman Tahara. Bergmann war viele Jahre selbst Filmjournalist wie sein Protagonist Marcel Klein. Und die Einblicke in die Welt der Filme und die der Filmkritiker sind mit das Beste an diesem Buch, das von der Sehnsucht erzählt geliebt zu werden. Das Ferkel am Trog Dabei wirkt dieser Marcel Klein, der für ein Filmjournal s...
Das Unwort von der „Remigration“ hat viele aufgeschreckt – auch viele Reisende. Denn Reisen soll ja verbinden, soll dazu beitragen, Verständnis für andere Kulturen, andere Sitten und Gebräuche zu haben. Dazu will der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung mit seinen SympathieMagazinen beitragen. Gegen den derzeit grassierenden Ethnozentrismus helfen vor allem Begegnungen. Das aktualisierte Sympathiemagazin „Land & Leute verst...
Zuallererst: Danny Wattins Roman Davids Dilemma ist kein ganz unproblematisches Buch. Der Inhalt könnte Vorurteile bestärken. Vorurteile gegen Juden. Denn der Ich-Erzähler David kommt aus einer jüdischen Familie. Das hat bisher niemanden interessiert, weil er in der Klasse kaum auffiel, ein Loser halt wie sein pickeliger Freund Micke. Und aus nichtigem Grund, weil er keine Lust auf Sport hat, beruft er sich auf sein Judentum – mit un...
Leo Vardashvili hat bis zu seinem zwölften Lebensjahr in Tbilissi gelebt und ist heute in England zu Hause. Sein Roman „Vor einem großen Walde“ führt tief hinein in sein versehrtes Land – und in die georgische Seele. Was für ein Buch: Tragisch, komisch, märchenhaft, gespenstisch. Ein Zauberbuch, das mit einer Schnitzeljagd in Georgien beginnt und mit einem Escape Game in Ossetien endet. Flucht nach England Der Ich-Erzähler Saba ist n...