Rio, Hawaii, Tahiti, Bora Bora: Muss es für Kinder nicht fantastisch sein, jahrelang durch die Welt zu cruisen, immer neue Länder, neue Menschen kennenzulernen? Immer wieder erzählen Bücher davon, wie abenteuerlustige Erwachsene mit ihren Kindern die Welt entdecken und wie toll das für diese Kinder ist. Suzanne Heywood erzählt in Wavewalker eine andere Geschichte. Zehn Jahre auf der Wavewalker Sie war sechs, ihr Bruder Jon ein Jahr jünger, als ihr Vater ernsthaft daran ging, seinen Traum von einem Segeltörn auf den Spuren von Captain Cook zu verwirklichen. Ihr neues Heim wird der Segler „Wavewalker“ sein, allerdings nicht nur für ein oder zwei Jahre. Zehn ganze Jahre werden vergehen, bis Sue wieder englischen Boden unter den Füßen hat. Zehn Jahre, in denen sie die schönsten Ecken dieser Welt gesehen hat, aber bei Orkanen und Monsterwellen auch durch die Hölle gegangen ist. Die Erinnerung an eines der schlimmsten Erlebnisse, das ihr eine gebrochene Nase, eine Schädelfraktur und eine Blutansammlung im Kopf bescherte, sucht sie noch Jahre später in Alpträumen heim. Zweifel an den Eltern Und während sie als Kind nichts hinterfragt, was ihr Vater, der Captain, unternimmt, nisten sich bei der Heranwachsenden immer mehr Zweifel ein. Von ihrer Mutter fühlt sie sich…
Auf einen Kaffee nach London? Nicht gut fürs Klima, aber gut für den Geldbeutel. Zumindest, wenn es um ein Treffen von Freunden geht, von denen der eine in Hamburg, der andere in Frankfurt wohnt. Denn ab 26 Euro gibt es den Flug von Frankfurt oder Hamburg nach London, während die Bahn für den Super-Sparpreis von Frankfurt nach Hamburg 112 Euro kassiert. Die Kreuzfahrt und das LNG „Was wäre, wenn…“ fragt die preisgekrönte Infografikerin Esther Gonstalla und präsentiert in dem gleichnamigen Büchlein verblüffende Grafiken und spannende Tatsachen. Zum Beispiel zu LNG-Terminals, die derzeit auch staatlich gefördert werden. In Rekordzeit werden derzeit Flüssiggasterminals installiert, immer mehr Kreuzfahrtschiffe steigen auf LNG um. Doch wie nachhaltig sind die LNG-Terminals wirklich? Immerhin kosten sie die Regierung 73 Millionen Euro jährlich Miete – und sie könnten bald leer stehen. Denn die USA haben einen Stopp der Gasexporte angekündigt. Umweltschädliche Paket-Retouren Dass China die meisten Kohle-Kraftwerke hat, ahnt man. Aber dass das Land auch über die meisten Solar- und Windkraftanlagen verfügt, ist weniger bekannt. Mit solchen Fakten will Esther Gonstalla dazu anregen, sich Gedanken übers Klima zu machen. Und womöglich selbst etwas dazu beizutragen, die Umwelt zu schützen. Zum Beispiel, indem man weniger Künstliche Intelligenz nutzt oder…
Die ADAC Roadtrips wollen dafür sorgen, dass bereits die Fahrt in den Urlaub „zum unvergesslichen Erlebnis“ wird. Sechs Titel sind bereits erschienen – von Dänemark bis Sizilien. Weitere sind in Planung. Bei den Touren haben die Reisenden die Wahl – es gibt immer mehrere Touren, die durch die Urlaubsdestination führen. In der Toscana sind es fünf unterschiedliche Themen, die man er-fahren kann. Umsteigepunkte machen es möglich, von einer Tour auf die andere zu wechseln. Durch die Einbindung in die ADAC Trips App vereinfacht sich die Navigation. Für den ersten Überblick sorgt die große Faltkarte. Abwechslungsreiche Toscana Und schon kann‘s losgehen mit der Reise durch die Sehnsuchtsregion der Deutschen. Die Toscana bietet für alle etwas: Kunst und Kultur, eine abwechslungsreiche Landschaft mit Bergen, Meer, Inseln und Thermalquellen und eine reichhaltige Küche. Dazu jede Menge Feste und Events, die eine Reise lohnen – wie der Palio di Siena oder der Karneval von Viareggio. Zeit zum Schauen und Genießen Die vorgeschlagenen Etappen der ADAC Roadtrips sind so konzipiert, dass man genügend Zeit zum Schauen und Kennenlernen, zum Genießen und Entspannen hat. Tipps für Besuche am Wegrand fehlen genauso wenig wie Hinweise zu Museen oder landschaftlichen Höhepunkten. Auch bei Fahrten durch die Berge ist…
Es ist ein erfolgreiches Konzept des Delius Klasing Verlags: Der Fotograf Stefan Bogner macht sich mit Kollegen in einem Porsche auf die Suche nach den schönsten, spektakulärsten Kurven der Welt – und wird natürlich fündig. „Soulfull Driving“ verbindet großartige Kurven-Fotos mit ebenso lakonischen wie originellen Roadmovie-Texten. Über 20 Curves-Bücher sprechen Bände. Sardinien ist das 23. dieser kurvenreichen Bilder-Bücher – und es ist eines der schönsten. Überschäumende Begeisterung Das liegt natürlich vor allem an den Kurven, die auf der italienischen Insel so großartig sind, dass selbst die coolen Curves-Autoren vor Begeisterung überschäumen: „Die Straße prügelt sich vorwärts, haut sich mit ausgelassenem Temperament am Berghang entlang. Sie swingt und kurvt und schlägt Haken, während in einiger Entfernung ein Kalkstein Riff aus dem Talboden ragt.“ Multikulturelles Sardinien Man braucht nur durch die 290 Seiten zu blättern, um von diesem Kurven-Rausch angesteckt zu werden. Bild um Bild eine Kurve schöner als die andere. Und dazu diese Insel mit ihrer langen Geschichte und den vielen Völkern, die sie geprägt haben. Eine wahre Multi-Kulti-Vergangenheit, die auch in der Gegenwart zu spüren ist, zum Beispiel in Alghero an der Costa Smeralda, wo noch ein Dialekt gesprochen wird, in dem „das Katalan der ehemals übers Mittelmeer zugereisten Vorfahren…
Der Roman „Im Warten sind wir wundervoll“ beruht auf einer wahren Geschichte, schreibt die Autorin Charlotte Inden im Anhang. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1948 über eine „War Bride“ habe sie inspiriert. Berichtet wurde von einer „Kriegsbraut“, die sich mit einem in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten verlobt hatte. Mit dem „War Brides Act“ ermöglichten die USA diesen jungen Frauen eine kurze Zeit lang die Einreise. Die Frau im Artikel wurde nicht abgeholt. Dafür bekam sie jede Menge Heiratsanträge. Karriere als „paper girl“ Charlotte Inden hat um diese Geschichte herum einen doppelten Liebesroman gewoben. Luise Adler heißt die gestrandete Deutsche in ihrem Roman, eine zarte, blonde Loreley mit eisernem Willen. Den braucht sie auch, um sich in der kargen Nachkriegszeit durchzusetzen. Luise will eine Zukunft, studieren. Deshalb braucht sie dringend einen Job. Und dabei helfen ihr die amerikanischen GI‘s Joseph Hunter und Henry Wilson. Mit ihrem Rad ist das Mädchen mobil und kann die Zeitung „Stars and Stripes“ ausfahren. So wird Luise das erste „paper girl“ in Deutschland und Hunter ihr Betreuer – und der Mann ihres Lebens. Eine Chance für die Liebe Doch die Zeiten sind hart, nicht alle Deutschen können sich vorstellen, die ehemaligen Feinde zu lieben. Man hat…
Zugfahren, das ist hierzulande keine reine Freude. Aber vielleicht hilft das Buch des Bahnenthusiasten Jaroslav Rudiš dabei, sich durch Ärgernisse wie Verspätungen, Zugausfälle, umgekehrte Wagenreihung und mehr die Laune nicht verderben zu lassen. „Gleise, die die Welt bedeuten“ versammelt Geschichten übers Bahnfahren in aller Welt – nicht nur positive, aber alle mit einer guten Prise Humor. Ohne die geht es selten bei Zugfahrten. Die Seele kommt mit Aber die Geschichten zeigen auch viel Positives, das einem bei langen Fahren begegnen kann: „Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, wirkt die Welt draußen auf mich wie ein nicht endender Film über das Leben, in dem ständig etwas Neues passiert“, schwärmt die Schweizerin Lea Cadisch. Und: „Der Hauptgrund aber, weshalb ich, wenn immer es geht, lieber lange mit dem Zug unterwegs bin als vielleicht etwas schneller mit dem einem Flugzeug: das Gefühl, wenn ich aus dem Zug aussteige, den Bahnsteig betrete, tief einatme und feststelle, meine Seele ist nicht über den Wolken hängen geblieben und reist mir hinterher, meine Seele ist mit mir angekommen.“ Positive Nähe Dieses Gefühl freilich wird oft teuer bezahlt – durch die Enge in überfüllten Zügen, in denen selbst Stehplätze rar sind. Durch Nachbarn, die sich gern reden…
Ist das das Buch zum 80. Geburtstag? Am 17. September kann Reinhold Messner seinen runden Geburtstag feiern. Am 29. August ist „Gegenwind“ im Malik Verlag erschienen, ein Buch, das „vom Wachsen an Widerständen“ erzählt. Und Widerstände hatte der Südtiroler sein Leben lang, ist er doch privat und beruflich eher kompromisslos. „Die Freiheit, aufzubrechen, wohin ich will“ – so auch der Titel seiner ersten Biographie – begleitete ihn bei all seinen Unternehmen – ob an den Achttausendern dieser Welt oder bei seinem Museumsprojekt. Selbstvertrauen durch die Mutter Parallel dazu erlebte er von Anfang an Widerstände, wurde angefeindete, ausgegrenzt, diffamiert. Dass er daran gewachsen statt gescheitert ist, hat er seiner Mutter zu verdanken, schreibt er. „Sie hat mir das Selbstvertrauen geschenkt, das mich 80 Jahre überleben ließ.“ Und dieses Überleben war nicht immer leicht. Am schwersten wohl am Nanga Parbat, wo der junge Messner seinen Bruder Günther verlor – das Trauma seines Lebens. Denn schnell stand der Vorwurf im Raum, Reinhold Messner habe den geschwächten Bruder seinem eigenen Ehrgeiz geopfert. Das Schicksal des Bruders In seinen Büchern versuchte der Autor immer und immer wieder, diesen Vorwurf zu entkräften. Er überwarf sich mit dem Deutschen Alpenverein, stritt sich mit ehemaligen Bergkameraden und Journalisten…
Schon als Teenie hat Anais Barbeau-Lavalette davon geträumt, in der kanadischen Wildnis zu leben: „Im Tal dem Winter trotzen, mein eigenes Holz hacken, Brot backen und mit den Blumen sprechen, die treu jedes Jahr wiederkehren.“ Als die Covid-Pandemie die Welt heimsucht, kehrt sie mit Mann, drei Kindern und einer befreundeten vierköpfigen Familie an den Sehnsuchtsort ihrer Kindheit zurück – in eine marodes Haus, das sie geerbt hat und mit dem sie die schönsten Erinnerungen verbindet. Einst und jetzt Jetzt sind da die Kinder, die sich auf ihre Art die Natur zu eigen machen. Jetzt ist da die Pandemie, die wie ein Damoklesschwert über der Zukunft hängt und den Mann in die Depression stürzt. Jetzt ist da der japanische Maler und eine bisher nie gekannte Art der Liebe. Und dann ist da noch die Weiße Frau, so spooky, dass Gäste das Haus fluchtartig verlassen. Erstickende Situation Die Erzählerin kämpft dagegen an, sich einzugestehen, dass die ganze Situation sie zu ersticken droht: „Unser Zeit ist exakt kalkuliert, unsere Vorräte sind exakt kalkuliert, unser Tage sind exakt kalkuliert, unsere Wörter sind exakt kalkuliert, unsere Bewegungen sind exakt kalkuliert.“ Die Geschichten der Nachbarn drehen sich um den Tod – und um den Wald mit…
Wenn sich Mutter und Tochter gemeinsam auf den Weg machen, kann das ganz schön anstrengend sein. Vor allem, wenn die Tochter in der Pubertät und die Mutter noch in der Trauerzeit ist. Verena Schmidt hat es trotzdem gewagt, nach dem Unfalltod ihres Mannes, mit ihrer 13-jährigen Tochter Analena die Rockies zu erkunden. In dem Buch „Zwei Sommer in den Rockies“ schreiben die beiden abwechselnd über ihr gemeinsames Abenteuer und ihre Empfindungen. Blauäugiger Start Dass beide nicht immer einer Meinung oder einer Stimmung sind, verhehlen sie nicht, da wird ordentlich gemotzt und gegrummelt. Wobei Mutter Verena, die ihr Geld als professionelle Reiseleiterin verdient, sich für die gemeinsamen Abenteuer viel vorgenommen hat: „Reisen, andere Kulturen erleben und sich unterwegs zurechtfinden, vermittelt einfach soviel Toleranz und Skills, wie es kein schlaues Buch oder stationärer Unterricht vermag.“ Doch schnell muss sie erkennen, dass es für das Vorhaben mehr Vorbereitung braucht. Zu blauäugig sind die beiden gestartet, aber durch Erfahrung immerhin klüger geworden. Im Land der Bären Schließlich sind sie im Land der Bären unterwegs. Da heißt es vorsichtig zu sein. Genau wie im Schnee, der sie bei einer Tour überrascht oder im Mückenschwarm. Kanadas Wildnis ist von einer anderen Qualität als die weithin gezähmte…
Die Idee ist gut, die Durchführung nicht immer einfach. Bergenthusiasten haben sich zusammengetan, um in einem Buch für Touren ab München mit Bahn und Bus zu werben. Die Idee „Natürlich mit Öffis“ hat viel für sich. Wer mit Bahn und Bus unterwegs ist, muss nicht wieder zum Ausgangspunkt zurück und kann munter drauflos laufen, sofern am Zielpunkt ein Bahnhof ist oder ein Bus fährt. Mit Zeit-Puffer Natürlich wollen solche Touren sorgfältig geplant sein. Dabei helfen auch jede Menge Apps – und das Deutschland- oder das Bayernticket. Zeit-Puffer sollte man aber immer einplanen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Dafür sorgt die Bahn hin und wieder, wenn Züge gestrichen werden oder mit großer Verspätung eintreffen. Dann ist es aus mit der im Buch so hochgelobten Gemütlichkeit. Ohne Parkplatzsuche Aber natürlich ist die Idee schon aus Gründen der Nachhaltigkeit gut. Außerdem spart man sich in Ferienzeiten die Anfahrt im Stau und womöglich die – vergebliche – Suche nach einem Parkplatz. Anregend sind die vorgestellten und einladend bebilderten Touren allemal. Wer eine Tour sucht und in dem Buch blättert, wird sicher fündig. Das gilt auch für Menschen, die im Raum München oder im Allgäu Urlaub machen. Blau, rot oder schwarz? Wichtig ist, dass…