Auch Zauberlehrlinge feiern Weihnachten und wenn die Familie nicht da ist, dann eben in Hogwarts. Im „Stein der Weisen“ darf Harry Potter das bisher schönste Weihnachten seines Lebens feiern. Ziyi Gao hat sich ausgedacht, wie so ein Weihnachten im Zauberer-Internat aussehen könnte. Eine Menge Geschenke Mit ihren märchenhaften Illustrationen weckt sie nicht nur Harry zum Leben. Auch Ron, Hermine und Hagrid haben ihren Auftritt. Und das Beste: Harry bekommt zum ersten Mal Weihnachtsgeschenke – eine hölzerne Flöte von Hagrid, ein Fünfzig-Pence-Stück von den Dursleys, einen dicken Pulli von Rons Mam, Schokofrösche von Hermine. Und dann noch einen Umhang, der Harry später wichtige Dienste leisten wird, weil er unsichtbar macht. Der geheimnisvolle Umhang Aber am Weihnachtsabend erwartet ihn noch so viel mehr. Es gibt Essen in Hülle und Fülle, es wird geschlemmt, gezaubert und viel gelacht. Und Harry weiß ganz sicher, dass er noch nie so ein schönes Weihnachtsfest erlebt hat. Als er im Bett liegt, denkt er an den geheimnisvollen Umhang und das , was der unbekannte Absender dazu geschrieben hat: „Gebrauche ihn klug“. Aber das ist dann eine andere Geschichte. Märchenhafte Harry-Potter-Welt Ziyi Cao hat für ihr Weihnachtsbuch eine ganz eigene märchenhafte Harry-Potter-Welt gezaubert. Die Texte dazu stammen aus…
„Die Geschichte der Astronomie ist die Geschichte von den sich weitenden Horizonten“, das Zitat von Edwin Hubble im Vorwort zu dem Bildband „Licht aus – Himmel an!“ macht Lust auf die sich weitenden Horizonte auf den nächsten 280 Seiten. Sterngucker können sich auf fantastische Himmelsfotos freuen. Refugium des dunklen Himmels Es beginnt schon spektakulär mit den Polarlichtern am Gletschersee Jökulsarlon auf Island, gefolgt mit vielen Tipps für Ausflüge auf der Insel, die nach Meinung der Autoren „ein Refugium des dunklen Himmels“ ist. Das gilt wohl auch für die norwegischen Lofoten, die weit genug von Städten entfernt sind, um keine Lichtverschmutzung zu haben. Hier oben im Norden – Norwegen, Schweden, Finnland – ist auch das Reich der Mitternachtssonne und der weißen Nächte im Sommer. Auf den Fotografien konkurrieren Polarlichter mit fantastischen Aufnahmen vom Sternenhimmel um den besten Eindruck. Schutz vor Lichtverschmutzung In Dänemark ist die Gezeiteninsel Mandø seit diesem Jahr Dark Sky Park und damit so weit wie möglich vor Lichtverschmutzung geschützt. Denn je heller es ist, desto weniger Sterne sind zu sehen. Aus diesem Grund gibt es die Initiative der Dark Sky Parks. 1999 wurde das erste Lichtschutzgebiet in Kanada eingerichtet, und 2007 beschloss die Unesco die Etablierung von „Starlight…
Der in Minsk geborene Sasha Filipenko macht aus seiner Gegnerschaft zum Präsidenten von Belarus kein Hehl. In seinem neuen Roman „Der Schatten einer offenen Tür“ zeichnet der heute in der Schweiz lebende Schriftsteller ein düsteres Bild der russischen Gegenwart – inspiriert von einer wahren Geschichte. Ein Geschenk mit Nebenwirkungen Der Roman ist eingeteilt in 24 Gesänge. Am Ende stehen Epilog und Postskriptum. Im Epilog geht es nochmal um die wichtigsten Personen und Handlungen des Romangeschehens: Um den Moskauer Kommissar Alexander Koslow, der als Ermittler nach Ostrog geschickt wurde, nachdem sich in einem Kinderheim mehrere Kinder selbst getötet hatten. Und um das Danaergeschenk des Bürgermeisters, der den Waisenkindern Ferien am Meer spendiert hatte, was dazu führte, dass sie hinterher noch unglücklicher waren. Ein Kauz als Bauernopfer Der Kommissar ist zunächst ratlos, auch weil er primär mit sich selbst beschäftigt ist, seit seine Frau ihn verlassen hat. Warum soll er sich da in der Provinz mit unfähigen Polizisten und sadistischen Wärtern rumschlagen? Deren Opfer ist der gutwillige Kauz Petja Pawlow, der selbst im Kinderheim aufgewachsen ist. Ausgerechnet der harmlose Petja soll die Jugendlichen ermordet haben. Dabei weist nichts auf Fremdeinwirkung hin. Aber bei jedem Opfer wurde seine DNA gefunden. Er muss also…
Seit fast 2000 Jahren ist Rom ein christlich geprägter Kraftort. Wenn 2025 wieder ein Heiliges Jahr gefeiert wird, ist das besonders spürbar. Aus diesem Anlass laden der ehemalige Abtprimas Notker Wolf und die Theologin Corinna Mühlstedt dazu ein, sie an Orte zu begleiten, die von der Geschichte des Christentums erzählen – von Glauben und Hoffnung, dem Motto des Heiligen Jahres. Nach dem Tod von Notker Wolf hat Corinna Mühlstedt diesen ungewöhnlichen Reiseführer zu Ende geschrieben. Heilige und Suchende Dabei geht es nicht nur zu Kirchen und Klöstern, auch Gärten, Parks und Ausgrabungen können dabei helfen, die innere Ruhe zu finden. Die theologisch versierten Autoren haben viel zu erzählen – über außergewöhnliche Kreuzigungsdarstellungen etwa, über wundertätige Madonnenfiguren, über Reformer, Heilige und Suchende. Die reich bebilderten Streifzüge werden flankiert von Meditationen und Gedichten, die dabei helfen können, das Erlebte zu vertiefen. Ein Friedhof für Nicht-Katholiken Natürlich sind es nicht die üblichen Sehenswürdigkeiten Roms, zu denen Corinna Mühlstedt und Notker Wolf führen. Auf der Piazza Navona geht es denn auch nicht zum barocken Vierströmebrunnen, sondern gleich weiter in die Altstadtstraße zur Kirche „Maria dell‘Anima“, der Pfarrkirche der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Rom. Im Cimitero Acattolico, dem Friedhof für die Nicht-Katholiken, weisen die Autoren…
Es gibt kaum Schöneres an trüben Wintertagen, als sich in Kissen zu kuscheln, in einem Buch zu blättern und sich in andere Gefilde, ja andere Welten und Zeiten, zu träumen. Kaum ein Medium ist dafür besser geeignet als ein Buch. Auch deshalb haben Bücher wieder Konjunktur – und das nicht nur bei TikTokerinnen. Wir haben unter den vielen Neuerscheinungen ganz besondere Bücher für ganz unterschiedliche Lesebedürfnisse ausgesucht. Sie machen sich auch unter dem Weihnachtsbaum gut. Lassen Sie sich verführen! Wohin reist die Kunst? Gereist wurde schon lang. Und natürlich waren auch die großen Künstler gern und viel unterwegs – aus den unterschiedlichsten Gründen. Der Renaissance-Maler Caravaggio etwa floh aus Rom nach Malta, nachdem er seinen Kontrahenten erstochen hatte. Später zog es ihn nach Sizilien. Nicht immer waren die Reise-Gründe so dramatisch. Künstler und Künstlerinnen suchten die Ortsveränderung, das Abenteuer, um sich inspirieren zu lassen. Von diesen Reisen und den Werken, die daraus entstanden, erzählt Travis Elborough in „Unterwegs“. Die Lesenden begleiten den Surrealisten Dali nach Manhattan, wo er auf einem Kostümball als Leiche auftrat. Sie folgen Frida Kahlo und Diego Rivera in die Flitterwochen in Cuernavaca und Georgia O‘Keeffe in die Badlands von New Mexico, wo D.H. Lawrence eine Zeitlang…
Immer mehr Reisende zieht es in den Norden, in noch nicht überlaufene Landschaften. Dahin, wo es noch Eisbären gibt, wo Rentiere weiden und eine weitgehend ungezähmte Natur Respekt einflößt. Der Bildband „Magie des Nordens“ offenbart noch eine andere, die märchenhafte Seite der nordischen Länder. Per Playlist in den Norden Was für eine gute Idee: Noch bevor man anfängt, die Magie des Nordens beim Blättern durch die reich illustrierten Seiten zu erkunden, kann man sich per Playlist musikalisch in den Norden beamen. 16 Titel stehen zur Auswahl. Sie bereiten die Lesenden vor auf magische Begegnungen mit Elfen, Wassergeistern, Riesinnen und Trollen, mit tapferen Recken, mit Wikingern und Walküren, mit Göttern, Hexen und Heiligen. Sagen und reale Orte Martin Wein erzählt nicht nur ihre meist märchenhaften Geschichten, er verortet die Begegnungen auch an realen Orten, die Reisende von heute erkunden können. Und dank der mystischen Stories folgt man dem Autor gespannt durch Norwegen, Schweden und Dänemark und weiter auf die Färöer, nach Island und Grönland. Die Mythologie des Nordens Zwischendrin verrät Wein zehn Orte, die besonders geheimnisvoll sind wie das norwegische Jotunheimen mit seinen schroffen Bergen, der Uumannaq in Grönland, ein Berg in Gestalt eines Robbenherzens, oder der Godafoss in Island, in…
Löwenherzen ist das erste Kinderbuch der in Berlin lebenden und im georgischen Tiflis aufgewachsenen Nino Haratischwili. Mit dem Roman „Das achte Leben (für Brika)“ hat die Schriftstellerin eine große Leserschaft erobert. Die 41-Jährige ist aber auch als Dramaturgin erfolgreich. 2020 schrieb sie ihr erstes Theaterstück. Löwenherzen wurde in Gelsenkirchen uraufgeführt. Jetzt ist die wundersame Geschichte von Anand und dem Plüschbären mit dem schiefen Auge als Bilderbuch erschienen. Anand und der Brief an Gott Anand lebt in Bangladesch, seine Mutter ist arm und kann ihn nicht zur Schule schicken. Deshalb näht der Junge für den „Chinamann“ Stofftiere. Doch dieser Löwe bringt ihn zum Träumen – von einer Zirkusmanege, in der Anand das Publikum verzaubert und sein Löwe durch einen Feuerreifen springt. Leider nur im Traum. Aber Anand kann mit dem Löwen reden – über seine unerfüllten Wünsche und über seine Mutter, die neun Monate weg sein wird. Und er kann dem Löwen eine Botschaft mitgeben – an den „Herrn Gott in Oropa“. Die näht er in den Löwenbauch. Danach bleibt ihm zu wenig Zeit, um das linke Auge des Löwen richtig anzunähen. Deshalb muss dieser Löwe mit einem schiefen Auge durch die Welt reisen. Der Löwe reist von Kind zu Kind…
Überraschend schnell scheint sich Saudi- Arabien zu wandeln. Kronprinz Muhammad bin Salman (MbS) will seine Land im Rekordtempo vom Vorgestern ins Übermorgen führen und hat publikumswirksam Reformen angestoßen, die vor allem die Situation der Frauen verbessern. Nadine Pungg hat diesen epochalen Wandel bei ihrer monatelangen Reise durchs Land miterlebt. In dem Buch „Frühling in Saudi Arabien“ schreibt sie über ihre Begegnungen mit selbstbewussten Frauen, die mehr Teilhabe fordern, aber auch über hinterwäldlerische Dörfer, in denen Männer ihre Frauen noch als Eigentum betrachten. Das Land der Extreme Diesen Widersprüchen begegnet Nadine Pungg nicht nur zwischen Stadt und Land. Der ganze Staat oszilliert zwischen Extremen: „Saudi-Arabien ist weder Himmel noch Hölle. Es ist ein kompliziertes Land, in dem verschiedene Realitäten gleichzeitig nebeneinander existieren. Ein erzkonservatives Königreich und eine junge Nation mit technologiebegeisterten Digital Natives. Saudi-Arabien ist Abgeschlossenheit und Weltoffenheit, ist Beduinenromantik und futuristische Stadtplanung, ist rote Linie und Ausreizung der Grenzen. Saudi-Arabien ist Gottesfurcht und Exzess, ist Absolutismus und Chaos, Tinder und Todesstrafe, Tabu und Tabubruch. Brutal und sanft. Saudi-Arabien ist das Einerseits und das Andererseits. Das Himmelblaue und das Finsterschwarze.“ Die dunkle Seite des Regimes Das „Finsterschwarze“ erleben Dissidenten wie Raif Badawi, der 2014 zu zehn Jahren Haft und eintausend Peitschenhieben…
Wer hätte gedacht, dass Omas nicht ganz so schnell sind wie siebenjährige Jungs. Dass kleine Mädchen kurze Beine haben und alte Opas oft müde sind? „Hilfe, ich bin du!“ heißt es in dieser Bilderbuch-Familie von Johanna von Vogel – und alle Beteiligten machen ganz neue Erfahrungen. Die Folge eines Brokkoli-Tags Die Idee ist nicht neu, aber immer wieder gut: Was wäre, wenn ich du wäre? In diesem Fall ist es eine Großfamilie, die ihre Identitäten tauscht. Nicht ganz freiwillig. Der Wunsch ist ihnen an einem „Brokkoli-Tag“, an dem so ziemlich alles schief ging, rausgerutscht. Wer denkt schon, dass so ein Gedanke Realität werden könnte? Jedenfalls waren alle Familienmitglieder davon überzeugt, dass es die anderen leichter hatten als sie selbst. Ob das wirklich so ist, können sie jetzt ausprobieren… Schrecklich viel Verwirrung Johanna von Vogel lässt nicht nur den siebenjährigen Bo in die Rolle der Großmutter schlüpfen. Seine kleine Schwester Rosa tauscht mit Papa die Identität und die Mama mit dem Opa. Dass das an einem ganz normalen Tag zu schrecklich vielen Verwicklungen führt, ist klar. Ungewohnte Pflichten Bo als Oma muss sich mit zwei alten Tanten vergnügen. Rosa als Papa muss im Büro einige schwerwiegende Entscheidungen treffen. Opa als Mama…
Anne Tyler scheint auch mit 83 die Freude am Schreiben nicht verloren zu haben. Ihr neuer, schmaler Roman „Drei Tage im Juni“ zeigt die Pultizer-Preisträgerin auf der Höhe ihrer Meisterschaft, das Menschliche in all seinen Facetten zu beschreiben. Drei Tage braucht sie dafür, eine Hochzeit und einen Fehltritt. Nichts Dramatisches, alles in geregelten Bahnen und trotz aller Kürze ein wichtiges Buch. Warmherzig und witzig. Ein Buch über die Liebe, über Zweifel und Vertrautheit. Mangelnde Sozialkompetenz? Mit 61 erfährt Gail, stellvertretende Schuldirektorin, von ihrer Vorgesetzten, dass es ihr an Sozialkompetenz mangele. Ausgerechnet kurz vor der Hochzeit ihrer Tochter Deborah, genannt Debbie. Ich-Erzählerin Gail ist wütend und verwirrt. Könnte Marilee Recht haben? Und dann will auch noch der Ex-Mann Max bei ihr übernachten – mit Katze. Gails anfängliche Ablehnung wandelt sich im Lauf der Zeit in ein Gefühl der Vertrautheit, leichte Störungen und kleinliche Streitigkeiten inklusive. Fehltritt mit Folgen Als Debbie ihren Eltern davon berichtet, dass ihr Bräutigam Kenneth sie womöglich betrogen hat, wird Gail auf einen Fehltritt gestoßen, der letztlich zum Ende ihrer Ehe geführt hat. Nicht Max war daran schuld, sondern sie: „Warum hatte ich, obwohl ich meinen Mann ehrlich liebte – zumindest auf die immer nur halb glückliche Art…