Alles für die Rache

20. März 2025

Ursula Poznanski ist eine Meisterin der Spannung. Da lag es nahe, dass sie sich auch im Krimi-Genre einen Namen macht. Nach „Stille blutet“ nun also der zweite Krimi rund um die Ermittlerin Sina Plank: Teufelstanz. Und natürlich ist auch dieser Fall spannend bis zum bitteren Ende. Versierte Krimileser könnten allerdings schon relativ früh ahnen, hinter welcher Identität sich der gesuchte Mehrfachmörder versteckt.

Im Kopf des Mörders

Zwar legt  Ursula Poznanski auch hier geschickt falsche Fährten, aber sie ermöglicht es den Lesenden auch, in den Kopf des Mörders zu schauen. Der plant seine Morde an alten Menschen akribisch und spricht dabei die Lesenden direkt an. Sie sollen verstehen, dass er nicht aus Mordlust handelt, sondern eine alte Rechnung begleichen will. Und dass er sich daran von niemandem hindern lassen wird, auch nicht von möglichen Emotionen.

Der Weg zur Rache

Und während Fina mit Unkollegialität im Revier und dem schwesterlichen Chaos zu Hause zu kämpfen hat, scheint für den Mörder der Weg zur Rache frei. Die Ermittler bleiben lange im Ungewissen, folgen falschen Spuren, bis Sina der Wahrheit nahe kommt. Was sie dann über das Motiv des Täters erfährt, erschüttert ihren Glauben an die Gerechtigkeit und an die eigene Unabhängigkeit.

Schwesterliches Chaos

Zwischen all den Morden und den schrecklichen Hintergründen dazu sorgt Finas Stress mit der jüngeren Schwester Calli und deren chaotischer Lebensweise für ein Stück Alltag. Auch wenn man der sonst so toughen Ermittlerin schon am Anfang zurufen möchte: Schmeiß‘ sie raus. Das tut Sina auch, aber viel zu spät und erst nachdem sie durch eine wenig schwesterliche Aktion Callis in Lebensgefahr geraten ist.

Auf ein Neues

Natürlich übersteht sie auch diese Prüfung, und es könnte sogar sein, dass Calli wieder bei ihr einzieht – wenn auch nur, um beim nächsten Fall wieder den Buffo-Part zu geben. Denn, wie es aussieht, wird Sina noch nicht so schnell arbeitslos. Dafür wird Ursula Poznanski schon sorgen.

Info Ursula Poznanski. Teufelstanz, Knaur, 362 S., 18 Euro

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